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Der größte Teil der Millionen von Automaten,
die die Spanier Tag für Tag benutzen, um z. B.
in einer Bar Zigaretten zu kaufen, oder um im Büro
einen Kaffe zu trinken, stammen aus Peralta, einem Ort
der mitten in der ländlichen Gegend der Region
Navarra liegt.
Bevor der Azkoyen-Konzern seine Geschäfte in bescheidenem
Umfang in den Vierzigerjahren aufnahm, gab es in dieser
Gegend keine Tradition des produzierende Gewerbes. Heute
jedoch hat sich hier, auf den Feldern rund um Peralta,
genau nördlich vom Ebro gelegen, eine Gruppe von
Firmen angesiedelt, die überwiegend mit der ursprünglichen
Firma in Verbindung stehen.
Drei Jahrzehnte lang war Azkoyen ein kleiner Familienbetrieb,
um dann zu einem Industriebetrieb mit internationaler
Ausrichtung zu werden, der in der Vending-Branche und
in der Herstellung von elektronischen Münzwechselsystemen
tätig ist. Ein Teil der Aktien befinden sich im
Besitz ausländischer Anleger und die Marke Azkoyen
ist seit Anfang der 90er Jahre auch in anderen europäischen
Ländern immer bekannter und beliebter geworden.
Die Firma mit ihren 800 Angestellten und den umgesetzten
Waren in Höhe von 16.400.000.000 Peseten im vergangenen
Geschäftsjahr wurde vor kurzem in der Liste der
100 kleinen Firmen mit dem größten Wachstum
außerhalb der Vereinigten Staaten aufgeführt,
die von der Zeitschrift Forbes veröffentlicht wurde.
Eine der drei anderen spanischen Firmen, die ebenfalls
in dieser Liste auftauchen, ist ebenfalls in Navarra
angesiedelt, genauer gesagt handelt es sich um Viscofan,
ein Betrieb, der sich der Abfüllung von Wurstwaren
widmet und im Bereich Landwirtschaft/Nahrungsmittel
tätig ist.
Wenn Azkoyen auch den überwiegenden Teil seiner
Geschäfte in Spanien tätigt, ist die Firma
doch auch in Portugal eine dominante Größe
und im Moment arbeitet Azkoyen daran, zum größten
Lieferanten von Zigaretten in Großbritannien zu
werden.
Im Zuge von Marketingmaßnahmen, die in Frankreich
und Deutschland unternommen wurden, hat sich der Auslandsabsatz
seit 1992 verdoppelt und beträgt jetzt 30%. Ricardo
Armendáriz zu Folge, der einer der Vorstandsmitglieder
von Azkoyen ist, müssten die Exporte in den kommenden
3 Jahren um 40 bis 50 % anwachsen.
Nur wenige Industriebranchen werden die Auswirkungen
der Einführung der gemeinsamen Währung so
unmittelbar spüren wie dieser. Bis zum heutigen
Tage war der europäische Markt durch die verschiedenen
Münzen zersplittert, sagte Armendáriz. Die
Einführung des Euro, die in drei Jahren in Spanien
und in den anderen Ländern der Währungsunion
stattfinden wird, bedeutet eine deutliche Veränderung
für diesen Sektor.
Azkoyen bereitet sich darauf vor, einen bedeutenden
Anteil der Geschäfte abzuwickeln, die im Zuge der
Umstellung auf den Euro durch den Austausch, den Umbau
oder die Neuprogrammierung der Automaten entstehen.
Angesichts der 9 bis 10 Millionen Automaten, die in
Europa davon betroffen sind, baut Azkoyen seine Kapazitäten
aus, um der Nachfrage nachkommen zu können. Für
das kommende Jahr ist vorgesehen, Geräte auf den
Markt zu bringen, die in der Lage sind, sowohl Euro,
als auch die nationale Währung anzunehmen und auch
zu wechseln und darüber hinaus den Verkaufsvorgang
zu blockieren, wenn versucht wird, mit nationalen Münzen
zu bezahlen, wenn diese bereits aus dem Verkehr genommen
wurden.
Doch nicht immer wurde hier mit weit entwickelter Technologie
gearbeitet. Vor der Gründung der Firma verbrachte
der Gründer, Luis Troyas, eine Zeit in Deutschland
und kam dann nach Peralta zurück mit einer Menge
Ideen darüber, was man mit Maschinen alles machen
kann. Er gab seiner Firma den Namen Azkoyen, das ist
der Name der Stadt Peralta auf baskisch, der auch von
der örtlichen Fußballmannschaft benutzt wird.
Zu den ersten Projekten gehörten Kartoffel- und
Spargelschälmaschinen und eine Wiege, die sich
bewegte, um dem schlafenden Baby einen ruhigeren Schlaf
zu schenken. Das Vending kam erst später dazu.
Der Wandel vollzog sich in den Siebzigerjahren, als
die Firma mit der Herstellung von Münzprüfern
für Automaten begann. 70% der Firma wurde an eine
Investorengruppe und an eine regionale Wirtschaftförderungsgruppierung
verkauft. Zu diesem Zeitpunkt fing die Firma an, sich
auf dem Markt für Automaten für die Ausgabe
von heißen Getränken zu engagieren.
In den Achtzigerjahren kamen dann die kalten Getränke
hinzu, weiterhin der Einsatz von Elektronik und die
Mechanismen für Münztelefone; das Unternehmen
ging an die Börse und die Diversifikation wurde
mit der Entwicklung von Produkten für die Catering-Branche
weiter vorangetrieben.
Die Produkte für das Gastgewerbe, wie z. B. Eiswürfelmaschinen
oder Gefäße für Kaffee werden in einem
anderen Werk in den Außenbezirken von Pamplona
hergestellt. Im gleichen Geiste der Expansion auf den
verschiedensten Märkten vertreibt Azkoyen jetzt
auch seine eigene Kaffeemarke.
Die Umsatzzahlen sind dieses Jahr um 20% gestiegen
und haben sich in fünf Jahren verdoppelt. Der Nettogewinn
beläuft sich in den letzten Jahren auf lediglich
9%, was auf die sehr intensiven Investitionsaktivitäten
zurückzuführen ist. Die Firma verfolgt weiterhin
die Maxime der Eigenfinanzierung und zieht es vor, auf
die Aufnahme von Bankkrediten zu verzichten.
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